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Tipps

Angebote nachfassen: So erhöhst du deine Erfolgsquote um 40%

Die meisten Aufträge gehen an den, der nachfasst. Lerne bewährte Strategien und Formulierungen, um aus versendeten Angeboten zahlende Kunden zu machen - ohne aufdringlich zu wirken.

Michael Bauer · ·13 Min Lesezeit

Du hast ein tolles Angebot geschrieben, abgeschickt - und dann? Stille. Keine Rückmeldung. Kein Auftrag. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein. Studien zeigen, dass 80% aller Verkäufe erst nach dem 5. Follow-up zustande kommen - aber 44% aller Anbieter geben nach dem ersten Kontakt auf. In diesem Guide zeige ich dir, wie du Angebote professionell nachfasst und deine Erfolgsquote dramatisch steigerst.

Warum Nachfassen so wichtig ist

Die erschreckende Realität

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • 48% aller Verkäufer fassen nie nach
  • 25% machen einen zweiten Kontaktversuch und geben dann auf
  • 12% machen drei Kontaktversuche
  • Nur 15% fassen mehr als dreimal nach

Dabei zeigt die Statistik:

Anzahl Follow-upsKumulierte Erfolgsquote
12%
28%
318%
432%
5+80%

Warum Kunden nicht sofort antworten

Es liegt selten an deinem Angebot. Die häufigsten Gründe:

1. Zeitmangel

  • E-Mail im vollen Posteingang untergegangen
  • Andere Prioritäten im Tagesgeschäft
  • "Muss ich mir in Ruhe anschauen" → vergessen

2. Interne Prozesse

  • Abstimmung mit Kollegen/Vorgesetzten nötig
  • Budgetfreigabe steht aus
  • Vergleichsangebote werden eingeholt

3. Unsicherheit

  • Offene Fragen zum Angebot
  • Zweifel, ob der Zeitpunkt richtig ist
  • Angst vor Fehlentscheidung

4. Keine Dringlichkeit

  • Projekt hat keine feste Deadline
  • "Kann auch später noch gemacht werden"
  • Andere Projekte haben Vorrang

Die Psychologie des Nachfassens

Mere-Exposure-Effekt: Je öfter wir etwas sehen/hören, desto positiver bewerten wir es. Jeder professionelle Follow-up erhöht die Vertrautheit und das Vertrauen.

Reziprozität: Wenn du Mehrwert bietest (Infos, Hilfe, Expertise), entsteht beim Kunden das Gefühl, etwas zurückgeben zu wollen.

Social Proof: Erwähne ähnliche Projekte oder zufriedene Kunden - Menschen orientieren sich an anderen.

Der perfekte Timing-Plan

Wann nachfassen?

Tag 1-2: Bestätigungs-E-Mail

  • Angebot gesendet → kurze Bestätigung
  • "Bei Fragen stehe ich zur Verfügung"

Tag 3-5: Erster Follow-up

  • Nachfragen, ob Angebot angekommen ist
  • Fragen, ob etwas unklar ist

Tag 7-10: Zweiter Follow-up

  • Mehrwert bieten (Fallstudie, Tipp, relevante Info)
  • Gesprächsangebot machen

Tag 14-21: Dritter Follow-up

  • Status erfragen
  • Ggf. angepasstes Angebot oder Alternative anbieten

Tag 30+: Langzeit-Follow-up

  • Projekt noch aktuell?
  • Neue Entwicklungen teilen
  • In Kontakt bleiben

Der optimale Wochentag und Uhrzeit

ZeitpunktÖffnungsrateEmpfehlung
Dienstag 9-11 UhrHöchsteBeste Wahl
Mittwoch 9-11 UhrSehr hochSehr gut
Donnerstag 14-16 UhrHochGut
Montag frühMittelViele E-Mails konkurrieren
Freitag nachmittagNiedrigVermeiden
WochenendeSehr niedrigVermeiden

Follow-up-Vorlagen, die funktionieren

Vorlage 1: Der freundliche Check-in (Tag 3-5)

Betreff: Kurze Rückfrage zu meinem Angebot

Hallo [Name],

>

ich wollte kurz nachfragen, ob mein Angebot vom [Datum] bei Ihnen angekommen ist und ob Sie Gelegenheit hatten, es sich anzuschauen.

>

Falls Fragen aufgekommen sind oder Sie weitere Informationen benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung.

>

Beste Grüße

[Dein Name]

Warum das funktioniert:

  • Kurz und respektvoll
  • Bietet Hilfe an
  • Keine Druckausübung

Vorlage 2: Der Mehrwert-Follow-up (Tag 7-10)

Betreff: Eine Idee zu [Projektthema]

Hallo [Name],

>

beim Nachdenken über Ihr Projekt ist mir noch ein Aspekt eingefallen, der für Sie interessant sein könnte:

>

[Konkreter Tipp, Erfahrung aus ähnlichem Projekt, oder relevante Information]

>

Unabhängig davon, wie Sie sich entscheiden - ich hoffe, dieser Input ist hilfreich für Sie.

>

Falls Sie über das Angebot sprechen möchten, können wir gerne einen kurzen Termin vereinbaren.

>

Beste Grüße

[Dein Name]

Warum das funktioniert:

  • Gibt, bevor du nimmst
  • Zeigt Expertise und Engagement
  • Bleibt im Gedächtnis

Vorlage 3: Der Status-Check (Tag 14-21)

Betreff: Stand der Dinge?

Hallo [Name],

>

ich melde mich nochmal bezüglich meines Angebots für [Projektbeschreibung].

>

Ich würde gerne wissen, wie der aktuelle Stand bei Ihnen ist:

>

- Ist das Projekt noch aktuell?

- Gibt es offene Fragen, die ich klären kann?

- Brauchen Sie vielleicht ein angepasstes Angebot?

>

Eine kurze Rückmeldung wäre super - auch wenn Sie sich gegen eine Zusammenarbeit entschieden haben. So kann ich besser planen.

>

Beste Grüße

[Dein Name]

Warum das funktioniert:

  • Direkte, klare Fragen
  • Bietet Alternativen an
  • Macht Absage leicht (reduziert Ghosting)

Vorlage 4: Die sanfte Deadline (Tag 21-30)

Betreff: Gültigkeit meines Angebots

Hallo [Name],

>

mein Angebot für [Projekt] ist noch bis [Datum] gültig.

>

Falls Sie das Projekt angehen möchten, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören. Bei Fragen bin ich jederzeit erreichbar.

>

Sollte sich Ihre Situation geändert haben oder das Projekt nicht mehr aktuell sein, verstehe ich das natürlich auch.

>

Beste Grüße

[Dein Name]

Warum das funktioniert:

  • Erzeugt leichte Dringlichkeit
  • Nicht aggressiv
  • Gibt Ausweg

Vorlage 5: Der Langzeit-Follow-up (Tag 60+)

Betreff: Noch Interesse an [Thema]?

Hallo [Name],

>

vor einigen Wochen hatten wir Kontakt bezüglich [Projekt]. Ich wollte mich kurz melden und fragen, ob das Thema noch auf Ihrer Agenda ist.

>

Falls ja: Ich bin verfügbar und würde mich über eine Zusammenarbeit freuen.

>

Falls nein: Kein Problem! Ich halte Sie gerne auf dem Laufenden, wenn ich etwas habe, das für Sie interessant sein könnte.

>

Beste Grüße

[Dein Name]

Warum das funktioniert:

  • Reaktiviert kalte Kontakte
  • Niedrige Hürde für Antwort
  • Hält Beziehung aufrecht

Nachfass-Strategien nach Kanal

Per E-Mail

Do's:

  • Kurze, prägnante Nachrichten
  • Klare Betreffzeilen
  • Persönliche Anrede
  • Ein Call-to-Action pro E-Mail

Don'ts:

  • Lange Textwände
  • Mehrere Anhänge
  • "Nur mal nachfragen" ohne Mehrwert
  • Täglich nachfassen

Per Telefon

Vorteile:

  • Sofortige Reaktion
  • Missverständnisse klären
  • Persönlicher Kontakt
  • Einwände direkt behandeln

Script-Beispiel:

"Hallo [Name], hier ist [dein Name]. Ich rufe kurz an wegen des Angebots, das ich Ihnen letzte Woche geschickt habe. Hatten Sie schon Gelegenheit, es sich anzuschauen?"

>

[Pause für Antwort]

>

"Gibt es etwas, das ich näher erläutern kann, oder offene Fragen?"

Per LinkedIn/XING

Wann sinnvoll:

  • Wenn E-Mails unbeantwortet bleiben
  • Bei Neukontakten
  • Für den ersten Touchpoint

Beispiel-Nachricht:

"Hallo [Name], ich habe Ihnen vor einigen Tagen ein Angebot per E-Mail geschickt und wollte sichergehen, dass es angekommen ist. Falls Sie Fragen haben, können wir uns gerne kurz austauschen."

Die häufigsten Einwände und wie du damit umgehst

"Das ist mir zu teuer"

Reaktion:

"Ich verstehe. Darf ich fragen, mit welchem Budget Sie kalkuliert haben? Vielleicht können wir den Umfang anpassen oder ein Paket schnüren, das besser zu Ihrem Budget passt."

"Ich muss das noch intern abstimmen"

Reaktion:

"Klar, das verstehe ich. Kann ich Ihnen vielleicht Unterlagen zur Verfügung stellen, die die interne Abstimmung erleichtern? Ein kurzes Projekt-Summary oder eine Präsentation?"

"Wir haben uns für einen anderen Anbieter entschieden"

Reaktion:

"Danke für die ehrliche Rückmeldung. Darf ich fragen, was den Ausschlag gegeben hat? Ihr Feedback hilft mir, besser zu werden."

"Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt"

Reaktion:

"Verstehe. Wann wäre denn ein besserer Zeitpunkt, um das Thema nochmal aufzugreifen? Ich melde mich dann gerne wieder."

Keine Antwort (Ghosting)

Reaktion (letzte E-Mail):

"Hallo [Name], ich habe in letzter Zeit mehrfach versucht, Sie zu erreichen. Ich möchte nicht aufdringlich sein - falls das Projekt nicht mehr aktuell ist, verstehe ich das vollkommen. Lassen Sie mich kurz wissen, ob ich Sie von meiner Liste nehmen soll, oder ob ein späterer Zeitpunkt besser passt."

Nachfassen automatisieren

CRM-System nutzen

Ein CRM hilft dir:

  • Follow-up-Termine zu planen
  • E-Mail-Sequenzen zu automatisieren
  • Den Überblick zu behalten
  • Keine Leads zu vergessen

E-Mail-Sequenzen einrichten

Automatische Sequenz nach Angebotsversand:

  1. Tag 0: Angebot versenden
  2. Tag 3: Automatischer Check-in
  3. Tag 7: Mehrwert-E-Mail
  4. Tag 14: Status-Anfrage
  5. Tag 30: Letzte Erinnerung

Erinnerungen setzen

Auch ohne CRM kannst du:

  • Kalender-Erinnerungen nutzen
  • Aufgabenlisten führen
  • Wiedervorlage-System einrichten

Erfolg messen und optimieren

Wichtige Kennzahlen

KPIBerechnungZielwert
Angebots-Conversion-RateAufträge / Angebote × 100> 25%
Response-RateAntworten / Follow-ups × 100> 30%
Durchschn. Follow-ups bis AbschlussSumme Follow-ups / Aufträge3-5
Time-to-CloseTage zwischen Angebot und Auftrag< 30

A/B-Testing für Follow-ups

Teste verschiedene:

  • Betreffzeilen
  • Versandzeitpunkte
  • Nachrichtenlängen
  • Call-to-Actions

Dokumentiere, was funktioniert, und optimiere kontinuierlich.

Checkliste: Professionelles Nachfassen

Vor dem Nachfassen

  • [ ] Angebot tatsächlich verschickt und zugestellt?
  • [ ] Angemessene Zeit vergangen (min. 3 Tage)?
  • [ ] Mehrwert oder neuen Aspekt vorbereitet?
  • [ ] CRM/Kalender aktualisiert?

Beim Nachfassen

  • [ ] Persönliche Anrede
  • [ ] Bezug auf vorheriges Gespräch/Angebot
  • [ ] Klare, höfliche Sprache
  • [ ] Konkreter Call-to-Action
  • [ ] Ausweg für "Nein" bieten

Nach dem Nachfassen

  • [ ] Datum und Inhalt dokumentieren
  • [ ] Nächsten Follow-up planen
  • [ ] Bei Absage: Grund erfragen und lernen
  • [ ] Bei Zusage: Sofort nächste Schritte einleiten

Fazit: Nachfassen ist kein Betteln

Professionelles Nachfassen ist kein Zeichen von Verzweiflung - es ist ein Zeichen von Professionalität. Du zeigst damit:

  1. Engagement für das Projekt des Kunden
  2. Zuverlässigkeit als potenzieller Partner
  3. Expertise durch Mehrwert in Follow-ups
  4. Respekt durch angemessenes Timing

Die meisten Kunden schätzen professionelles Nachfassen. Sie erwarten es sogar. Wer nicht nachfasst, wirkt desinteressiert.

Denk dran: Der Unterschied zwischen einem verlorenen und einem gewonnenen Auftrag ist oft nur ein weiterer, gut getimter Follow-up.

Mit Clever Invoice erstellst du nicht nur professionelle Angebote, sondern behältst mit der integrierten Angebotsverfolgung auch den Überblick über alle offenen Angebote und wirst automatisch an Follow-ups erinnert.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich bei einem Angebot nachfassen?

Die Faustregel lautet: Mindestens 3-5 Follow-ups, bevor du aufgibst. Studien zeigen, dass 80% der Verkäufe erst nach dem 5. Kontakt zustande kommen. Wichtig ist der richtige Abstand: Erster Follow-up nach 3-5 Tagen, dann wöchentlich, ab Tag 30 monatlich. Achte darauf, bei jedem Kontakt Mehrwert zu bieten - nicht nur "nachzufragen".

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Nachfassen?

Dienstag bis Donnerstag zwischen 9-11 Uhr haben die höchsten Öffnungsraten. Vermeide Montag früh (volle Posteingänge) und Freitag nachmittag (Wochenend-Modus). Der erste Follow-up sollte 3-5 Tage nach dem Angebot erfolgen - früher wirkt ungeduldig, später lässt das Interesse abkühlen.

Was mache ich, wenn der Kunde gar nicht antwortet?

Sogenanntes "Ghosting" ist frustrierend, aber normal. Wechsle den Kanal (E-Mail → Telefon → LinkedIn), variiere deine Nachrichtenart (Frage statt Info), und sende nach 3-4 unbeantworteten Versuchen eine "Breakup-E-Mail": "Ich möchte nicht aufdringlich sein. Soll ich Sie von meiner Liste nehmen?" Das provoziert oft eine Reaktion.

Wie formuliere ich einen Follow-up, ohne aufdringlich zu wirken?

Der Schlüssel ist Mehrwert statt Druck. Statt "Haben Sie schon entschieden?" besser: "Mir ist noch ein Aspekt zu Ihrem Projekt eingefallen..." Biete Hilfe an, teile relevante Informationen, stelle offene Fragen. Gib dem Empfänger immer einen einfachen Ausweg ("Falls das Projekt nicht mehr aktuell ist, verstehe ich das.").

Soll ich per E-Mail oder Telefon nachfassen?

Beides hat Vorteile. E-Mail ist weniger invasiv und dokumentierbar - ideal für die ersten Follow-ups. Telefon ist direkter und persönlicher - gut, wenn E-Mails unbeantwortet bleiben oder bei größeren Projekten. Die beste Strategie kombiniert beide: E-Mail für den ersten Kontakt, Telefon für den dritten Follow-up, wenn keine Antwort kommt.

Was ist eine gute Conversion-Rate für Angebote?

Eine Conversion-Rate von 25-30% gilt als gut, über 40% als sehr gut. Die Rate hängt stark von der Branche, Angebotsqualität und Qualifizierung der Leads ab. Wenn du unter 20% liegst, analysiere: Sind deine Angebote zielgenau? Fasst du systematisch nach? Stimmt der Preis? Oft liegt das Problem nicht im Angebot, sondern im fehlenden Follow-up.

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