Zum Inhalt springen

E-Rechnung

E-Rechnung und DATEV: So funktioniert die Anbindung für Steuerberater und Unternehmen

DATEV-Export, E-Rechnungsplattform und Zusammenarbeit mit dem Steuerberater: Alles zur DATEV-Anbindung bei E-Rechnungen – Schritt für Schritt erklärt.

Markus Wagner · ·15 Min Lesezeit

Die DATEV ist das Rückgrat der deutschen Steuerberatung. Über 40.000 Kanzleien und 2,8 Millionen Unternehmen nutzen DATEV-Software. Mit der E-Rechnungspflicht wird die nahtlose Anbindung zwischen E-Rechnungssoftware und DATEV wichtiger denn je. In diesem Guide erfahren Sie, wie die DATEV-Anbindung funktioniert, welche Schnittstellen es gibt und wie Sie den Datenaustausch mit Ihrem Steuerberater optimieren.

Warum die DATEV-Anbindung bei E-Rechnungen entscheidend ist

Der traditionelle Weg (und seine Probleme)

Bisher lief der Belegaustausch mit dem Steuerberater oft so:

  1. Rechnungen als PDF scannen oder exportieren
  2. Per E-Mail oder Ordner an den Steuerberater senden
  3. Steuerberater erfasst die Daten manuell in DATEV
  4. Abgleich mit Bankbewegungen – wieder manuell

Das kostet: Durchschnittlich 2–5 Minuten pro Rechnung für die manuelle Erfassung. Bei 100 Rechnungen im Monat sind das bis zu 8 Stunden verlorene Arbeitszeit.

Der E-Rechnungsweg (die Lösung)

Mit E-Rechnungen im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format:

  1. Strukturierte Daten direkt aus der Rechnungssoftware exportieren
  2. DATEV-konformer Export als Buchungsstapel
  3. Automatischer Import in DATEV – keine manuelle Eingabe
  4. Automatischer Belegabgleich mit Bankdaten

Zeitersparnis: Bis zu 80% weniger Aufwand bei der Belegverarbeitung.

Die DATEV-Schnittstellen im Überblick

1. DATEV Unternehmen Online (DUO)

Die gängigste Schnittstelle für den Belegaustausch zwischen Unternehmen und Steuerberater.

FeatureDetails
TypCloud-basierte Plattform
BelegeUpload von Rechnungen, Belegen, Kontoauszügen
FormatPDF, XML, ZUGFeRD, XRechnung
ZugangÜber meine.datev.de oder Partneranbindung

Funktionsweise:

  • Unternehmen laden Belege hoch (manuell oder automatisch)
  • Steuerberater greift direkt auf die Belege zu
  • Automatische Texterkennung (OCR) für PDF-Belege
  • Bei E-Rechnungen: Direkte Datenübernahme ohne OCR

2. DATEV-Buchungsstapel (CSV/XML)

Der klassische Exportweg für Buchungsdaten.

FeatureDetails
FormatDATEV-CSV oder DATEV-XML
InhaltBuchungssätze mit Kontierung
ImportDATEV Kanzlei-Rechnungswesen, DATEV SmartTransfer
VorteilDirekte Buchung ohne manuelle Erfassung

So funktioniert der Export aus Clever Invoice:

  1. Gehen Sie zu Steuerexport in den Einstellungen
  2. Wählen Sie den Zeitraum und das Format (DATEV-CSV)
  3. Die Buchungssätze werden automatisch mit den korrekten DATEV-Konten generiert
  4. Laden Sie die Datei herunter und senden Sie sie an Ihren Steuerberater

3. DATEV E-Rechnungsplattform

DATEV hat 2025 eine eigene E-Rechnungsplattform gestartet, die speziell für den Empfang und Versand von E-Rechnungen konzipiert ist.

FeatureDetails
VersandE-Rechnungen direkt über DATEV versenden
EmpfangZentraler Posteingang für E-Rechnungen
IntegrationDirekte Anbindung an DATEV Kanzlei-Rechnungswesen
PeppolPeppol-Anbindung geplant

Hinweis: Die DATEV E-Rechnungsplattform befindet sich noch im Aufbau. Nicht alle Funktionen sind sofort für alle Mandanten verfügbar.

Schritt-für-Schritt: DATEV-Export einrichten

Voraussetzungen

  • Aktives DATEV-Mandant (über Ihren Steuerberater)
  • DATEV Unternehmen Online Zugang (optional, aber empfohlen)
  • Rechnungssoftware mit DATEV-Export (z.B. Clever Invoice)

Einrichtung in 4 Schritten

#### Schritt 1: DATEV-Kontenrahmen festlegen

Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, welchen Kontenrahmen er verwendet:

KontenrahmenTypischer Einsatz
SKR 03Am häufigsten: Gewerbebetriebe, Freiberufler
SKR 04Alternative: Stärker an der Bilanzstruktur orientiert

In Ihrer Rechnungssoftware muss der gleiche Kontenrahmen hinterlegt sein.

#### Schritt 2: Sachkonten konfigurieren

Die wichtigsten Erlöskonten im SKR 03:

KontoBezeichnungVerwendung
8400Erlöse 19% UStStandard-Erlöse
8300Erlöse 7% UStErmäßigter Steuersatz
8120Steuerfreie ErlöseInnergemeinschaftliche Lieferungen
8195Erlöse Kleinunternehmer§ 19 UStG

#### Schritt 3: Mandantendaten abstimmen

Folgende Daten müssen zwischen Rechnungssoftware und DATEV übereinstimmen:

  • Mandantennummer: Ihre DATEV-Mandantennummer
  • Berater-Nummer: Die Nummer Ihres Steuerberaters
  • Wirtschaftsjahr: Beginn und Ende
  • Kontenrahmen: SKR 03 oder SKR 04

#### Schritt 4: Testexport durchführen

  1. Exportieren Sie einen Monat als DATEV-Buchungsstapel
  2. Senden Sie die Datei an Ihren Steuerberater
  3. Der Steuerberater importiert in DATEV und prüft die Zuordnung
  4. Korrekturen besprechen und Konten anpassen

E-Rechnung + DATEV: Best Practices

1. Eingehende E-Rechnungen (Eingangsrechnungen)

So verarbeiten Sie empfangene E-Rechnungen optimal für DATEV:

  • ZUGFeRD-PDFs: Die XML-Daten werden automatisch extrahiert – keine OCR nötig
  • XRechnung-XML: Direkte Datenübernahme in die Buchhaltung
  • Kontierung: Idealerweise bereits in der Rechnungssoftware vorkontiert
  • Archivierung: Original-E-Rechnung (XML/ZUGFeRD-PDF) GoBD-konform speichern

Tipp: Mit Clever Invoice können Sie eingehende E-Rechnungen automatisch verarbeiten und die Daten direkt in den DATEV-Export übernehmen.

2. Ausgehende E-Rechnungen (Ausgangsrechnungen)

Best Practices für den DATEV-Export Ihrer Ausgangsrechnungen:

  • Rechnungsnummern: Fortlaufend und eindeutig – DATEV prüft auf Duplikate
  • Steuerschlüssel: Korrekte USt-Schlüssel (z.B. 1 = 19%, 2 = 7%, 9 = steuerfrei)
  • Debitoren: Kundennummern konsistent zwischen Software und DATEV halten
  • Zeitraum: Monatliche Exporte empfohlen

3. Automatischer Belegabgleich

Einer der größten Vorteile von E-Rechnungen + DATEV:

  1. E-Rechnung enthält strukturierte Daten (Betrag, Datum, Referenz)
  2. DATEV vergleicht automatisch mit Bankbewegungen
  3. Matching-Quote bei E-Rechnungen: über 90% (vs. 50–60% bei OCR-Belegen)
  4. Weniger offene Posten, schnellerer Monatsabschluss

Häufige Probleme und Lösungen

Problem: Konten stimmen nicht überein

Symptom: Buchungen landen auf falschen Konten Lösung: Kontenmapping zwischen Rechnungssoftware und DATEV abgleichen. Setzen Sie sich mit Ihrem Steuerberater zusammen.

Problem: Mandantennummer fehlt

Symptom: DATEV-Import schlägt fehl Lösung: Mandantennummer und Berater-Nummer in den Export-Einstellungen hinterlegen.

Problem: Duplikate im Import

Symptom: Rechnungen werden doppelt gebucht Lösung: Exportzeitraum prüfen – keine Überlappung mit vorherigen Exporten. Rechnungsnummern als Eindeutigkeitskriterium nutzen.

Problem: USt-Schlüssel falsch

Symptom: Falsche Steuerbeträge in DATEV Lösung: Steuersätze in der Rechnungssoftware auf korrekte DATEV-Steuerschlüssel mappen (1 = 19%, 2 = 7% etc.).

Für Steuerberater: Mandanten auf E-Rechnung umstellen

Als Steuerberater können Sie die E-Rechnungs-Umstellung Ihrer Mandanten aktiv begleiten:

1. Mandanten informieren

  • Aufklärung über die Fristen (2027/2028)
  • Software-Empfehlungen aussprechen
  • DATEV-Export-Fähigkeit als Kriterium benennen

2. Testphase begleiten

  • Gemeinsamer Testexport durchführen
  • Kontenmapping validieren
  • Buchungslogik abstimmen

3. Clever Invoice Steuerberater-Portal nutzen

Über das Steuerberater-Portal von Clever Invoice können Sie:

  • Alle Mandanten zentral verwalten
  • DATEV-Massenexport für alle Mandanten auf einmal
  • White-Label-Option für Ihre Kanzlei
  • 15% Lifetime-Provision als Partner

Ausblick: DATEV und Peppol

DATEV plant die Anbindung an das Peppol-Netzwerk, das den europaweiten Austausch von E-Rechnungen standardisiert. Für Sie bedeutet das:

  • Zukünftig E-Rechnungen direkt über DATEV empfangen und versenden
  • Kein separater E-Mail-Versand mehr nötig
  • Automatische Zustellung an den Steuerberater
  • Grenzüberschreitende E-Rechnungen innerhalb der EU

Fazit

Die DATEV-Anbindung ist für die meisten deutschen Unternehmen ein zentraler Baustein der E-Rechnungs-Umstellung. Wer den Export richtig einrichtet, spart nicht nur bei der eigenen Buchhaltung, sondern auch bei den Steuerberatungskosten – denn weniger manuelle Erfassung bedeutet weniger Aufwand für den Steuerberater.

Jetzt starten: Clever Invoice bietet DATEV-Export ab dem kostenlosen Plan. Erstellen Sie E-Rechnungen per Chat und exportieren Sie automatisch im DATEV-Format. Ihr Steuerberater wird es Ihnen danken.

Häufige Fragen

Kann ich E-Rechnungen direkt in DATEV importieren?

Ja, DATEV unterstützt den Import von E-Rechnungen im XRechnung- und ZUGFeRD-Format. Die Daten werden automatisch ausgelesen – keine manuelle Erfassung nötig. Der Import erfolgt über DATEV Unternehmen Online oder die DATEV E-Rechnungsplattform.

Welchen Kontenrahmen brauche ich für den DATEV-Export?

In Deutschland wird am häufigsten der SKR 03 verwendet. Alternative ist der SKR 04. Fragen Sie Ihren Steuerberater, welchen Kontenrahmen er für Ihr Mandat nutzt, und stellen Sie sicher, dass Ihre Rechnungssoftware den gleichen verwendet.

Was kostet die DATEV-Anbindung?

Der DATEV-Export ist bei den meisten Rechnungsprogrammen inklusive – auch bei Clever Invoice im kostenlosen Plan. DATEV Unternehmen Online wird über Ihren Steuerberater bereitgestellt und ist in dessen Honorar enthalten.

Brauche ich DATEV Unternehmen Online?

Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Ohne DUO können Sie DATEV-Exporte per Datei an den Steuerberater senden. Mit DUO läuft der Belegaustausch automatisch und in Echtzeit.

Wie oft sollte ich DATEV-Exporte erstellen?

Monatlich ist Standard. Manche Steuerberater bevorzugen quartalsweise Exporte, andere möchten Echtzeitdaten über DATEV Unternehmen Online. Klären Sie den Rhythmus mit Ihrem Steuerberater ab.

Was ist mit eingehenden E-Rechnungen (Eingangsrechnungen)?

Eingehende E-Rechnungen im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format können direkt in DATEV importiert werden. Der Vorteil gegenüber PDF-Belegen: Keine OCR-Erkennung nötig, die Daten sind bereits strukturiert vorhanden.

← Zurück zum Blog