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Grundlagen

Nebenberuflich selbstständig: So schreibst du Rechnungen richtig neben dem Hauptjob

Du möchtest neben deinem Angestelltenjob freiberuflich tätig werden? Erfahre alles über Rechnungsstellung, Steuerpflichten und was du bei der Gewerbeanmeldung beachten musst.

Laura Fischer · ·16 Min Lesezeit

Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile einer nebenberuflichen Selbstständigkeit: zusätzliches Einkommen, Verwirklichung eigener Ideen und der Aufbau eines zweiten Standbeins. Doch wer neben dem Hauptjob Rechnungen schreibt, muss einige Besonderheiten beachten. In diesem umfassenden Guide erfährst du alles, was du über Rechnungsstellung, Steuern und rechtliche Grundlagen als nebenberuflich Selbstständiger wissen musst.

Was bedeutet nebenberufliche Selbstständigkeit?

Eine nebenberufliche Selbstständigkeit liegt vor, wenn du neben deiner Haupttätigkeit - meist einem Angestelltenverhältnis - eine selbstständige Tätigkeit ausübst. Das Finanzamt und die Sozialversicherung haben dabei klare Kriterien:

Die 20-Stunden-Regel

Als nebenberuflich selbstständig giltst du in der Regel, wenn:

  • Du nicht mehr als 20 Stunden pro Woche für deine Selbstständigkeit arbeitest
  • Dein Einkommen aus der Selbstständigkeit geringer ist als dein Angestelltengehalt
  • Deine Hauptbeschäftigung weiterhin dein Angestelltenverhältnis bleibt

Wichtig: Diese Grenzen sind keine starren Regeln, sondern Richtwerte. Die Sozialversicherungsträger bewerten jeden Fall individuell.

Typische Beispiele für nebenberufliche Selbstständigkeit

  • Freelancer: Webdesigner, Texter, Programmierer, Übersetzer
  • Berater und Coaches: Business-Coaching, Ernährungsberatung, Nachhilfe
  • Kreative: Fotografen, Grafiker, Musiker, Künstler
  • Handwerker: Kleinere Aufträge am Wochenende
  • Online-Unternehmer: E-Commerce, Affiliate-Marketing, Blogger

Voraussetzungen: Was du vor dem Start klären musst

1. Arbeitsvertrag prüfen

Bevor du loslegst, wirf einen Blick in deinen Arbeitsvertrag:

Nebentätigkeitsklausel: Viele Arbeitsverträge enthalten eine Klausel, die Nebentätigkeiten regelt. Diese kann lauten:

  • Nebentätigkeiten sind generell verboten (selten und oft unwirksam)
  • Nebentätigkeiten müssen angezeigt werden
  • Nebentätigkeiten müssen genehmigt werden
  • Keine Regelung (dann ist die Nebentätigkeit grundsätzlich erlaubt)

Wettbewerbsverbot: Du darfst keine Tätigkeit ausüben, die in direkter Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber steht. Das gilt auch ohne explizite Klausel.

Praxis-Tipp: Informiere deinen Arbeitgeber schriftlich über deine geplante Nebentätigkeit. Das schafft Transparenz und vermeidet spätere Konflikte.

2. Gewerbe oder Freiberuf?

Die Unterscheidung ist wichtig für Steuern und Anmeldepflichten:

Freiberufliche Tätigkeit (kein Gewerbe nötig):

  • Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten
  • Journalisten, Schriftsteller, Übersetzer
  • Künstler, Designer, Fotografen
  • Dozenten, Lehrer, Berater
  • Ingenieure, IT-Berater (bei eigenschöpferischer Tätigkeit)

Gewerbliche Tätigkeit (Gewerbeanmeldung erforderlich):

  • Handel (auch Online-Handel)
  • Handwerk
  • Vermittlung (Makler, Handelsvertreter)
  • Dienstleistungen ohne freiberuflichen Charakter

Tipp: Bei Unsicherheit kannst du beim Finanzamt eine verbindliche Auskunft beantragen oder einen Steuerberater fragen.

3. Anmeldungen und Formalitäten

Freiberufler:

  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt ausfüllen
  • Steuernummer beantragen
  • Ggf. bei der Künstlersozialkasse anmelden (Künstler und Publizisten)

Gewerbetreibende:

  • Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt (Kosten: ca. 20-65 €)
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt
  • IHK- oder HWK-Mitgliedschaft (je nach Branche)

Rechnungen schreiben als nebenberuflich Selbstständiger

Pflichtangaben auf der Rechnung

Jede Rechnung - egal ob haupt- oder nebenberuflich - muss bestimmte Pflichtangaben enthalten (§ 14 UStG):

  1. Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers (dein Name und Adresse)
  2. Vollständiger Name und Anschrift des Leistungsempfängers (dein Kunde)
  3. Steuernummer oder USt-IdNr. (deine Steuernummer vom Finanzamt)
  4. Ausstellungsdatum der Rechnung
  5. Fortlaufende Rechnungsnummer (einmalig und nachvollziehbar)
  6. Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder Umfang der Leistung
  7. Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung (oder Zeitraum)
  8. Nettobetrag (Entgelt ohne Umsatzsteuer)
  9. Steuersatz und Steuerbetrag (oder Hinweis auf Steuerbefreiung)
  10. Bruttobetrag (Gesamtsumme inkl. Umsatzsteuer)

Beispielrechnung für nebenberuflich Selbstständige


Max Mustermann
Musterstraße 123
12345 Musterstadt

Steuernummer: 123/456/78901

                                        Musterstadt, 23.12.2025

Firma Beispiel GmbH
Beispielweg 1
54321 Beispielstadt


                    RECHNUNG Nr. 2025-042

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die erbrachten Leistungen erlaube ich mir, wie folgt zu berechnen:

Pos.  Beschreibung                              Menge    Einzelpreis    Gesamt
--------------------------------------------------------------------------------
1     Webdesign Startseite                      1        800,00 €      800,00 €
      Erstellung eines modernen, responsiven
      Designs für Ihre Unternehmenswebsite

2     Unterseiten (Über uns, Kontakt, Leistungen) 3      200,00 €      600,00 €

3     SEO-Grundoptimierung                      1        150,00 €      150,00 €
--------------------------------------------------------------------------------
                                                Nettobetrag:        1.550,00 €
                                    zzgl. 19% Umsatzsteuer:           294,50 €
                                    ====================================
                                           Rechnungsbetrag:        1.844,50 €

Leistungszeitraum: 01.12.2025 - 20.12.2025

Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ohne Abzug.

Bankverbindung:
IBAN: DE89 3704 0044 0532 0130 00
BIC: COBADEFFXXX
Verwendungszweck: RE 2025-042

Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann

Kleinunternehmerregelung nutzen

Als nebenberuflich Selbstständiger kannst du von der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) profitieren, wenn:

  • Dein Vorjahresumsatz unter 22.000 € lag
  • Dein Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich unter 50.000 € bleibt

Vorteile:

  • Keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen
  • Keine Umsatzsteuervoranmeldungen
  • Weniger Bürokratie

Nachteile:

  • Kein Vorsteuerabzug bei Einkäufen
  • Wirkt bei manchen B2B-Kunden weniger professionell

Pflichthinweis auf der Rechnung:

"Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet."

Rechnungsnummern richtig vergeben

Deine Rechnungsnummern müssen fortlaufend und einmalig sein. Bewährte Systeme:

SystemBeispielVorteil
Jahrespräfix + Nummer2025-001, 2025-002Übersichtlich pro Jahr
Fortlaufend001, 002, 003Einfach
Kundenkürzel + NummerMUE-001, SCH-002Kundenzuordnung
Datum + Nummer20251223-01Datum erkennbar

Wichtig: Lücken in der Nummerierung sind erlaubt (z.B. bei stornierten Rechnungen), müssen aber erklärbar sein.

Steuern bei nebenberuflicher Selbstständigkeit

Einkommensteuer

Dein Gewinn aus der Selbstständigkeit wird zu deinem Arbeitslohn addiert und gemeinsam versteuert. Das kann dich in eine höhere Steuerklasse bringen.

Beispielrechnung:

PositionBetrag
Jahresgehalt (Anstellung)45.000 €
Gewinn Selbstständigkeit8.000 €
Zu versteuerndes Einkommen53.000 €

Gewinn = Einnahmen - Betriebsausgaben

Typische Betriebsausgaben:

  • Arbeitsmittel (Laptop, Software, Büromaterial)
  • Fahrtkosten zu Kunden
  • Fortbildungen
  • Anteilige Kosten für Homeoffice
  • Telefon- und Internetkosten (geschäftlicher Anteil)
  • Versicherungen (Berufshaftpflicht)

Umsatzsteuer

Wenn du nicht Kleinunternehmer bist, musst du:

  • 19% Umsatzsteuer (bzw. 7% bei bestimmten Leistungen) auf deinen Rechnungen ausweisen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben (monatlich oder quartalsweise)
  • Die eingenommene Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen
  • Die gezahlte Vorsteuer (bei Einkäufen) gegenrechnen

Termine für Umsatzsteuervoranmeldung:

  • Monatlich: Bis zum 10. des Folgemonats
  • Quartalsweise: Bis zum 10. nach Quartalsende
  • Mit Dauerfristverlängerung: Plus 1 Monat

Gewerbesteuer

Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewinn von 24.500 € an. Als nebenberuflich Selbstständiger wirst du diese Grenze selten erreichen.

Freiberufler zahlen grundsätzlich keine Gewerbesteuer - ein großer Vorteil!

Sozialversicherung: Was du beachten musst

Krankenversicherung

Als nebenberuflich Selbstständiger bleibst du in der Regel über deinen Hauptjob krankenversichert. Aber Achtung:

Deine Krankenkasse kann die Nebentätigkeit als hauptberuflich einstufen, wenn:

  • Du mehr als 20 Stunden pro Woche selbstständig arbeitest
  • Dein selbstständiges Einkommen höher ist als dein Angestelltengehalt
  • Du Mitarbeiter beschäftigst

Konsequenz bei Hauptberuflichkeit:

  • Du musst dich selbst krankenversichern
  • Der Arbeitgeberanteil deines Hauptjobs entfällt
  • Dein Arbeitgeber erfährt davon

Praxis-Tipp: Informiere deine Krankenkasse frühzeitig über die Nebentätigkeit. Viele Kassen bieten Beratung an.

Rentenversicherung

Für die meisten nebenberuflich Selbstständigen besteht keine Rentenversicherungspflicht. Ausnahmen:

  • Lehrer und Erzieher (bei bestimmten Tätigkeiten)
  • Handwerker (bei Eintragung in die Handwerksrolle)
  • Künstler und Publizisten (Künstlersozialkasse)

Berufsgenossenschaft

Als Gewerbetreibender musst du dich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden - auch bei nebenberuflicher Tätigkeit. Die Beiträge richten sich nach deinem Umsatz.

Freiberufler können sich freiwillig versichern.

Praktische Tipps für den Alltag

1. Getrenntes Geschäftskonto

Auch wenn es keine Pflicht ist: Ein separates Konto für deine Selbstständigkeit erleichtert:

  • Die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben
  • Die Steuererklärung
  • Die Professionalität gegenüber Kunden

Viele Direktbanken bieten kostenlose Geschäftskonten für Selbstständige.

2. Zeitmanagement

Die größte Herausforderung bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit ist die Zeit. Tipps:

  • Feste Zeiten blocken: Zum Beispiel jeden Abend 19-21 Uhr oder das Wochenende
  • Realistische Deadlines: Kommuniziere klar, dass du nebenberuflich arbeitest
  • Puffer einplanen: Hauptjob, Familie und Krankheit können Pläne durchkreuzen
  • Nein sagen lernen: Übernimm dich nicht

3. Professionalität trotz Nebenjob

Auch als nebenberuflich Selbstständiger solltest du professionell auftreten:

  • Professionelle Rechnungen: Mit allen Pflichtangaben, sauberem Layout
  • Schnelle Kommunikation: Antworte zeitnah auf Anfragen
  • Verbindliche Termine: Halte Deadlines ein
  • Klare Verträge: Auch bei kleinen Aufträgen

4. Buchhaltung von Anfang an richtig machen

Viele nebenberuflich Selbstständige unterschätzen den Buchhaltungsaufwand. So behältst du den Überblick:

  • Belege sofort digitalisieren: Nutze eine App, um Belege direkt zu fotografieren
  • Einnahmen und Ausgaben erfassen: Spätestens wöchentlich
  • Rücklagen für Steuern bilden: Ca. 30-40% deines Gewinns für die Einkommensteuer
  • Abgabetermine im Kalender: Steuererklärung, Voranmeldungen

Häufige Fehler vermeiden

Fehler 1: Keine Rücklagen für Steuern

Viele Neustarter geben ihre Einnahmen sofort aus und sind überrascht, wenn die Steuernachzahlung kommt.

Lösung: Lege sofort 30-40% jeder Einnahme auf ein separates Steuerkonto.

Fehler 2: Arbeitgeber nicht informieren

Wenn dein Arbeitgeber von deiner Nebentätigkeit aus anderen Quellen erfährt, beschädigt das das Vertrauensverhältnis.

Lösung: Proaktiv informieren, auch wenn keine Genehmigungspflicht besteht.

Fehler 3: Zu niedrige Preise

Viele nebenberuflich Selbstständige verkaufen sich unter Wert, weil sie "ja noch einen Hauptjob haben".

Lösung: Kalkuliere professionelle Preise. Deine Zeit und Expertise sind genauso wertvoll wie bei Vollzeit-Selbstständigen.

Fehler 4: Überlastung

Der Versuch, neben 40 Stunden Angestelltenjob noch 30 Stunden selbstständig zu arbeiten, führt zu Burnout.

Lösung: Realistische Grenzen setzen. Qualität vor Quantität.

Fehler 5: Unvollständige Rechnungen

Rechnungen ohne Steuernummer oder fehlende Pflichtangaben wirken unprofessionell und können Probleme mit dem Finanzamt verursachen.

Lösung: Nutze eine Rechnungssoftware wie Clever Invoice, die alle Pflichtangaben automatisch einfügt.

Von nebenberuflich zu hauptberuflich?

Viele nutzen die nebenberufliche Selbstständigkeit als Sprungbrett in die Vollzeit-Selbstständigkeit. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Indikatoren für den Wechsel

  • Dein Nebeneinkommen erreicht oder übersteigt dein Gehalt
  • Du hast regelmäßige Kunden und planbare Aufträge
  • Die 20-Stunden-Grenze wird regelmäßig überschritten
  • Du möchtest wachsen, aber die Zeit fehlt
  • Dein Hauptjob leidet unter der Doppelbelastung

Checkliste vor dem Wechsel

  • [ ] Finanzpolster für mindestens 6 Monate aufgebaut
  • [ ] Krankenversicherung geklärt (gesetzlich oder privat)
  • [ ] Rentenversicherung geplant (freiwillig oder Rürup)
  • [ ] Steuerberater konsultiert
  • [ ] Businessplan erstellt
  • [ ] Kundenstamm aufgebaut
  • [ ] Familie und Partner einbezogen

Clever Invoice für nebenberuflich Selbstständige

Mit Clever Invoice erstellst du professionelle Rechnungen in Sekunden - perfekt für alle, die neben dem Hauptjob wenig Zeit haben:

So funktioniert's

  1. Kundendaten einmal anlegen: Name, Adresse, Zahlungsziel - alles gespeichert
  2. Rechnung per Chat erstellen: "Rechnung an Müller GmbH, 5 Stunden Beratung à 80 Euro"
  3. Alle Pflichtangaben automatisch: Steuernummer, Rechnungsnummer, Datum
  4. PDF mit einem Klick: Professionelles Design, sofort versandfertig
  5. Übersicht behalten: Dashboard zeigt offene und bezahlte Rechnungen

Besondere Vorteile

  • Kleinunternehmer-Modus: Ein Klick, und alle Rechnungen zeigen den §19-Hinweis
  • Zeitsparend: Rechnung erstellen dauert unter 1 Minute
  • Mobil nutzbar: Auch unterwegs per Smartphone
  • Steuerexport: Alle Daten für die Steuererklärung auf Knopfdruck
  • DSGVO-konform: Server in Deutschland, sichere Datenhaltung

Fazit: Nebenberufliche Selbstständigkeit richtig angehen

Die nebenberufliche Selbstständigkeit bietet eine fantastische Möglichkeit, zusätzliches Einkommen zu generieren und deine Leidenschaft zum Beruf zu machen - ohne das Sicherheitsnetz deines Hauptjobs aufzugeben.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Arbeitsvertrag prüfen und Arbeitgeber informieren
  2. Gewerbe oder Freiberuf klären und richtig anmelden
  3. Rechnungen professionell mit allen Pflichtangaben schreiben
  4. Kleinunternehmerregelung nutzen, wenn sinnvoll
  5. Steuern verstehen und Rücklagen bilden
  6. Sozialversicherung mit der Krankenkasse abstimmen
  7. Zeit realistisch planen und Grenzen setzen

Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Tools steht deiner erfolgreichen Nebentätigkeit nichts im Weg. Starte jetzt und baue dir Schritt für Schritt dein zweites Standbein auf!

Bereit für deine erste Rechnung? Mit Clever Invoice erstellst du professionelle Rechnungen in Sekunden. Kostenlos testen und sofort loslegen!

Häufige Fragen

Muss ich meinen Arbeitgeber über meine Nebentätigkeit informieren?

Das hängt von deinem Arbeitsvertrag ab. Enthält er eine Nebentätigkeitsklausel, musst du die Tätigkeit anzeigen oder genehmigen lassen. Auch ohne Klausel empfehlen wir, den Arbeitgeber zu informieren - das schafft Transparenz und vermeidet Konflikte. Eine Nebentätigkeit darfst du allerdings nicht verbieten lassen, solange sie nicht in Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber steht oder deine Arbeitsleistung beeinträchtigt.

Brauche ich als nebenberuflich Selbstständiger ein Gewerbe?

Nur wenn du gewerblich tätig bist. Freiberufliche Tätigkeiten (z.B. als Designer, Texter, Berater, Dozent) erfordern kein Gewerbe - du meldest dich direkt beim Finanzamt an. Bei gewerblichen Tätigkeiten (Handel, Handwerk, Vermittlung) musst du zuerst ein Gewerbe anmelden. Bei Unsicherheit hilft eine Anfrage beim Finanzamt.

Ab wann muss ich Umsatzsteuer auf meinen Rechnungen ausweisen?

Als Kleinunternehmer (Vorjahresumsatz unter 22.000 €, laufendes Jahr unter 50.000 €) kannst du auf die Umsatzsteuer verzichten. Du musst dann auf der Rechnung vermerken: "Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet." Überschreitest du die Grenzen oder verzichtest freiwillig auf die Kleinunternehmerregelung, musst du 19% (bzw. 7%) Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

Wie viel darf ich nebenberuflich verdienen, ohne meinen Krankenversicherungsschutz zu verlieren?

Es gibt keine feste Einkommensgrenze. Entscheidend ist, ob die Krankenkasse deine Selbstständigkeit als haupt- oder nebenberuflich einstuft. Kriterien sind: Zeitaufwand (unter 20 Stunden/Woche gilt als nebenberuflich), Verhältnis zum Angestelltengehalt (sollte geringer sein) und ob du Mitarbeiter beschäftigst. Informiere deine Krankenkasse frühzeitig über deine Nebentätigkeit.

Welche Steuern muss ich als nebenberuflich Selbstständiger zahlen?

Einkommensteuer: Dein Gewinn wird zu deinem Gehalt addiert und gemeinsam versteuert. Umsatzsteuer: Nur wenn du kein Kleinunternehmer bist - dann musst du sie ausweisen und abführen. Gewerbesteuer: Erst ab 24.500 € Gewinn, Freiberufler zahlen generell keine. Plane Rücklagen von etwa 30-40% deines Gewinns für die Steuernachzahlung ein.

Kann ich als Kleinunternehmer trotzdem professionelle Rechnungen schreiben?

Absolut! Eine Rechnung ohne Umsatzsteuer ist genauso professionell. Du brauchst alle Pflichtangaben: Name und Adresse (deine und des Kunden), Steuernummer, Rechnungsnummer, Datum, Leistungsbeschreibung, Betrag und den Hinweis auf § 19 UStG. Mit Clever Invoice werden alle Angaben automatisch eingefügt - auch der Kleinunternehmer-Hinweis.

Wie viele Stunden darf ich nebenberuflich arbeiten?

Als Richtwert gilt: maximal 20 Stunden pro Woche. Arbeitest du regelmäßig mehr, kann die Krankenkasse deine Selbstständigkeit als hauptberuflich einstufen - mit Folgen für deine Krankenversicherung. Auch das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Gesamtarbeitszeit auf 48 Stunden pro Woche (Hauptjob + Nebentätigkeit). Plane realistisch und achte auf deine Gesundheit.

Was passiert, wenn meine Nebentätigkeit zu erfolgreich wird?

Glückwunsch! Wenn du die Grenzen der Nebenberuflichkeit regelmäßig überschreitest, solltest du prüfen: Krankenkasse informieren (wegen möglicher Neueinstufung), Kleinunternehmerregelung prüfen (bei Überschreitung der Umsatzgrenzen), ggf. Wechsel in die Vollzeit-Selbstständigkeit planen. Viele nutzen die Nebentätigkeit als Sprungbrett - mit Clever Invoice behältst du alle Zahlen im Blick.

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