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Tipps

Rechnung für Webdesigner: Projekte, Hosting und Wartung richtig abrechnen

Als Webdesigner professionelle Rechnungen schreiben: Von Projektpauschalen über Hosting-Gebühren bis zu Wartungsverträgen. Mit Musterrechnung und Praxistipps.

Laura Schmidt · ·13 Min Lesezeit

Als Webdesigner jonglierst du mit verschiedenen Abrechnungsmodellen: Einmalige Projekte, laufende Wartung, Hosting-Kosten und manchmal auch Drittanbieter-Lizenzen. Eine professionelle Rechnung dokumentiert all diese Leistungen klar und nachvollziehbar.

Die Besonderheiten der Webdesigner-Rechnung

Webdesign-Projekte haben einzigartige Anforderungen:

  • Projektphasen: Konzept, Design, Entwicklung, Launch
  • Wiederkehrende Leistungen: Hosting, Wartung, Updates
  • Drittkosten: Domains, Stockfotos, Premium-Plugins
  • Nutzungsrechte: Designs, Code, Konzepte

Abrechnungsmodelle für Webdesigner

1. Projektpauschale (Festpreis)

Der Klassiker für Website-Projekte. Ein Festpreis für das gesamte Projekt.

Vorteile:

  • Klare Budgetplanung für den Kunden
  • Belohnt effizientes Arbeiten
  • Professioneller Eindruck

Typische Projektpreise:

ProjekttypPreisrange
One-Pager€800-2.000
Kleine Business-Website (5-10 Seiten)€2.500-5.000
Mittelgroße Website mit CMS€5.000-12.000
E-Commerce Shop€8.000-25.000
Komplexe Webanwendung€15.000-50.000+

Wichtig: Definiere genau, was im Preis enthalten ist (Anzahl Seiten, Revisionsrunden, responsive Design, etc.).

2. Stundensatz

Flexibler, aber mehr Dokumentationsaufwand.

Wann sinnvoll:

  • Unklarer Projektumfang
  • Laufende Optimierungen
  • Support und Bugfixes

Typische Stundensätze:

ErfahrungStundensatz
Junior (0-2 Jahre)€50-70
Mid-Level (2-5 Jahre)€70-100
Senior (5+ Jahre)€100-150
Spezialist/Agentur€120-200+

3. Monatliche Wartungspauschale

Für laufende Betreuung und Updates.

Leistungen typischerweise:

  • WordPress/CMS-Updates
  • Plugin-Updates
  • Sicherheits-Monitoring
  • Kleine Anpassungen (z.B. 2 Stunden/Monat)
  • Backup-Management

Preise:

PaketMonatspreis
Basis (Updates, Backups)€50-100
Standard (+ kleine Änderungen)€100-200
Premium (+ Support, Prio)€200-500

4. Hosting-Abrechnung

Wenn du Hosting weiterberechnest:

Varianten:

  • Durchreichen: Originalkosten + Aufschlag (10-30%)
  • Pauschal: Fester Monatspreis inkl. Hosting
  • Separater Vertrag: Kunde zahlt Hoster direkt

Pflichtangaben auf Webdesigner-Rechnungen

Jede Rechnung muss enthalten:

  1. Deine vollständigen Angaben

- Name/Firma, Anschrift - Steuernummer oder USt-IdNr. - Bankverbindung

  1. Kundendaten

- Vollständiger Firmenname - Anschrift - Ansprechpartner (optional)

  1. Rechnungsdetails

- Fortlaufende Rechnungsnummer - Rechnungsdatum - Leistungszeitraum

  1. Leistungsbeschreibung

- Art der Leistung (Design, Entwicklung, etc.) - Projektname/-referenz - Detaillierte Aufschlüsselung

  1. Beträge

- Nettobeträge - Umsatzsteuer (19% oder 7% für E-Books) - Bruttobetrag

Muster-Rechnung für ein Website-Projekt


RECHNUNG Nr. 2025-042

Projekt: Website-Relaunch Beispiel GmbH
Leistungszeitraum: 01.09.2025 - 15.10.2025

Position 1: Konzept & Wireframes
- Kick-off Workshop
- Sitemap-Entwicklung
- Wireframes für 8 Seitentypen
Pauschal:                                1.200,00 €

Position 2: UI/UX Design
- Designkonzept (Desktop + Mobile)
- 3 Revisionsrunden
- Style Guide & Assets
Pauschal:                                2.800,00 €

Position 3: Entwicklung (WordPress)
- Theme-Entwicklung (Custom)
- Responsive Umsetzung
- Plugin-Konfiguration
- Kontaktformular mit DSGVO
Pauschal:                                3.500,00 €

Position 4: Content-Einpflege
- 8 Seiten Textinhalt
- Bildoptimierung
- SEO-Grundeinrichtung
Pauschal:                                  800,00 €

Position 5: Launch & Übergabe
- Server-Einrichtung
- DNS-Konfiguration
- SSL-Zertifikat
- Schulung (2 Std.)
Pauschal:                                  500,00 €

Position 6: Drittkosten (durchgereicht)
- Premium-Theme-Lizenz                     79,00 €
- Stockfotos (5 Stück)                    125,00 €
─────────────────────────────────────────────────
Zwischensumme:                          9.004,00 €
zzgl. 19% USt.:                         1.710,76 €
─────────────────────────────────────────────────
Gesamtbetrag:                          10.714,76 €

Drittkosten richtig abrechnen

Durchreichen mit Aufschlag


Drittkosten (im Auftrag des Kunden erworben):
- Domain-Registrierung (1 Jahr)            15,00 €
- Premium-Plugin WooCommerce              199,00 €
- Stockfoto-Paket                          89,00 €
─────────────────────────────────────────────────
Zwischensumme Drittkosten:               303,00 €
zzgl. Handling-Pauschale (10%):           30,30 €
─────────────────────────────────────────────────
Drittkosten gesamt:                      333,30 €

Wichtig bei Drittkosten:

  • Belege aufbewahren
  • Klar als „durchgereichte Kosten" kennzeichnen
  • Umsatzsteuer beachten (bei Nicht-EU-Anbietern)

Nutzungsrechte einräumen

Als Webdesigner überträgst du Nutzungsrechte an deiner Arbeit. Das solltest du dokumentieren:


Nutzungsrechte:
Mit vollständiger Bezahlung dieser Rechnung gehen
folgende Nutzungsrechte an den Auftraggeber über:

- Zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht für die
  erstellte Website
- Recht zur Bearbeitung und Weiterentwicklung
- Keine Übertragung an Dritte ohne Zustimmung

Der Quellcode verbleibt beim Designer. Eine
Weiterverwendung für andere Projekte ist nur
mit schriftlicher Genehmigung zulässig.

Wartungsverträge abrechnen

Monatliche Wartungsrechnung


RECHNUNG Nr. 2025-WM-10

Wartungspaket "Professional" - Oktober 2025
Website: www.beispiel.de

Enthaltene Leistungen:
- WordPress Core Update (6.3 → 6.4)
- Plugin-Updates (12 Plugins)
- Theme-Update
- Sicherheits-Scan
- Backup-Erstellung (4x)
- Ladezeit-Monitoring

Inklusiv-Kontingent: 2 Std. kleine Anpassungen
Genutzt: 1,5 Std.
- Header-Anpassung (0,5 Std.)
- Neuer Blog-Beitrag eingepflegt (1,0 Std.)

─────────────────────────────────────────────────
Monatspauschale:                         150,00 €
zzgl. 19% USt.:                           28,50 €
─────────────────────────────────────────────────
Gesamtbetrag:                            178,50 €

Häufige Fehler vermeiden

1. Unklare Leistungsbeschreibung

Falsch: "Website-Erstellung" Richtig: "Konzeption, Design und Entwicklung einer 8-seitigen Unternehmenswebsite auf WordPress-Basis inkl. Responsive Design"

2. Fehlende Revisionsrunden

Definiere immer, wie viele Änderungsrunden inklusive sind. Zusätzliche Runden separat abrechnen.

3. Keine Projektreferenz

Gib immer den Projektnamen oder die URL an. Erleichtert die Zuordnung beim Kunden.

4. Drittkosten nicht getrennt

Mische eigene Leistungen nicht mit durchgereichten Kosten. Das verwirrt und kann steuerlich problematisch sein.

5. Keine Zahlungsziele

Definiere klare Fristen: "Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung."

Zahlungsmodalitäten für große Projekte

Empfohlene Struktur:

  • Bei Auftragserteilung: 30% Anzahlung
  • Nach Design-Freigabe: 30%
  • Bei Launch: 40% Schlussrechnung

Bei sehr großen Projekten:

  • Monatliche Abschlagsrechnungen
  • Meilenstein-basierte Zahlungen
  • Escrow-Dienste für internationale Kunden

Fazit

Eine professionelle Rechnung ist deine Visitenkarte nach Projektabschluss. Sie dokumentiert den Wert deiner Arbeit und sichert deine Forderungen.

Die wichtigsten Punkte:

  1. Klare Aufschlüsselung - Was genau wurde geliefert?
  2. Drittkosten separat - Transparent und nachvollziehbar
  3. Nutzungsrechte regeln - Was darf der Kunde mit dem Design?
  4. Wartung strukturieren - Monatlich abrechnen
  5. Anzahlungen verlangen - Große Projekte absichern

Mit Clever Invoice erstellst du professionelle Webdesigner-Rechnungen in Minuten - inklusive Projektphasen, Wartungspakete und automatischer Drittkosten-Berechnung.

Häufige Fragen

Soll ich Festpreis oder Stundensatz nehmen?

Für klar definierte Projekte ist Festpreis besser - du wirst für Effizienz belohnt. Stundensatz macht Sinn bei unklarem Umfang oder laufender Betreuung. Viele Webdesigner kombinieren beides: Festpreis fürs Projekt, Stundensatz für Extras.

Wie berechne ich Hosting weiter?

Drei Optionen: Originalkosten + 10-30% Aufschlag, Pauschal-Hosting-Paket (z.B. 25€/Monat all-inclusive), oder der Kunde zahlt direkt beim Hoster. Letzteres ist am einfachsten, aber du verlierst die Kundenbindung.

Muss ich Nutzungsrechte auf der Rechnung erwähnen?

Nicht auf der Rechnung selbst, aber im Vertrag oder AGB. Der Hinweis auf der Rechnung schadet nicht und klärt nochmal: Mit Zahlung gehen die vereinbarten Rechte über. Ohne Zahlung: keine Nutzungsrechte.

Wie gehe ich mit Scope Creep um?

Dokumentiere den ursprünglichen Umfang im Angebot. Zusätzliche Wünsche schriftlich bestätigen lassen mit Kostenhinweis. Am besten: "Das kann ich gerne umsetzen. Das liegt außerhalb des Projektumfangs und kostet zusätzlich X €."

Wann stelle ich die Schlussrechnung?

Sobald das Projekt live ist und der Kunde abgenommen hat. Nicht warten! Je länger du wartest, desto wahrscheinlicher werden Zahlungsverzögerungen. Idealerweise am Tag des Launches.

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